BITTE NEUE BEITRÄGE OBEN ANFÜGEN UND IDENTIFIZIEREN (NAMEN; ORGANISATION)!


Oliver (08.07.2018)

Danke, Bobby ein wunderbarer Text, der dem aktuell schlechten Stand von Menschlichkeit und Menschenwürde in der Bundesrepublik etwas entgegen setzt. Hoffentlich hilft er dabei, dass das Pendel bald wieder in die andere Richtung schwingt.

Der Text hat recht, wenn er den reaktionären, klaustrophobischen Heimatbegriff kritisiert. Ich möchte nur ergänzen, dass ein offener, weltverbundener Heimatbegriff die Willkommenskultur sogar befördern kann - internationale 'Solidarität und Heimat' ... passt m. E. prima.

Bobby (24.06.2018)
Einen ganz ausgezeichneten Artikel zum Thema hat u.a. medico international mitveröffentlicht: https://solidaritaet-statt-heimat.kritnet.org/

Bobby (20.06.2018)
Bin heute auf eine prima Seite gestoßen, deren Thema man schon am Link erkennt: https://permakultur.de/neuigkeit/permakultur-und-die-oekologische-rechte/
Darin wird - zur Abgrenzung - folgende Wertebasis definiert, die wir vermutlich (reine Vermutung!) alle unterschreiben können:
    
    • Achtung der allgemeinen Menschenrechte
    • Wertschätzung der Vielfalt der Kulturen und Lebensweisen auf unserem Planeten, Weltoffenheit und Freude am Austausch
    • Respektvoller und achtsamer Umgang mit der Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit der Erde und ihrer Ökosysteme
    • Förderung gemeinwohlorientierter und solidarischer Formen des Wirtschaftens
    • Verantwortliches Handeln im Sinne begrenzter Ressourcen und globaler Gerechtigkeit

Bobby (20.06.2018)
@Lisa: Danke für Deine Reaktion und Dein Engagement. Entschuldige die Verallgemeinerung, die ich hier gewagt habe. Aber keine Sorge, das ist kein Wissen, was ich geäußert habe, sondern 
    eher der Versuch einer Folgerung daraus, dass hier wenig dazu Stellung genommen wird. Mir liegt persönlich sehr viel an dem Thema aus zwei Gründen:
    Einerseits empfinde ich einen gewaltsamen Umgang gleichermaßen traurig wie auch erschütternd. Mental erscheint es mir auf vielerlei Ebenen ganz einfach unsinnig. 
    Andererseits sehe ich, dass die Trennung von Menschen die Grundlage des herrschenden Systems darstellt. Und dem möchte ich am liebsten gar nicht zuarbeiten.
    
Frieder (wandelgestalten, 13.06.2018)
Zum Thema des gemeinsamen Manifests/Codex u.ä.
Neben den erwähnten konvivalistischem Manifest und der Erdcharta gibt's auch noch die "Freie Welt Charta" http://freeworldcharter.org/de.
Und ganz aktuell versucht eine Gruppe von Menschen das "gemeinsame Bewusstsein" der Wandelakteure in einem Dokument zu erfassen (unter dem Dach vom greennetproject/frekonale): http://connectedawareness.org/. Man steht noch ganz am Anfang (war nicht Ökoligenta einer der ersten befragten Akteure?); im Unterschied (m.E.) zu den o.g. Ansätzen ist hier das Ziel, das Dokument einem permanenten, transparenten Verbesserungsprozess zu unterziehen. (Vermutlich ähnlich zu den anderen werden sukkzesive weitere Akteure hinzugezogen, um Positionen zu integrieren.)
Ein weiteres umfangreiches Manifest nur für/von m4h zu erstellen fände ich daher problematisch - eine kurze, drölf-zeilige Positionierung wäre jedoch sicher hilfreich (oder die "vorläufige" Positionierung unter Nutzung einer der 3 o.g. Manifeste, oder aller 3?).
Ich stehe bei Bobby mit dem Fokus auf produktiv-positive Zusammenarbeit, d.h. vielleicht eine eher inklusive als exklusive Definition formulieren. Beim Formulieren von Positionen würde ich sehr vorsichtig sein, was die Begriffswahl angeht, denn von "rechts" über "rassistisch" bis "links" ist vieles sehr vage und interpretationsabhängig.
Irgendwas mit "internationale Solidarität", "nachhaltige Ökologie" und "persönliches Wachstum"...?

Oliver (13.06.18):
Zitat: Bobby: ""Rechts" sind für mich Positionen, die vertikale Gewaltstrukturen fördern und schätzen, menschenverachtende Strukturen, für die Mitgefühl, Freundlichkeit und die Toleranz anderen Haltungen      gegenüber keine Rolle spielen. Rechts sind aber auch solche Positionen, die die eben als "rechts" beschriebenen Strukturen unterstützen oder verstärken. Für mein Empfinden sind auch viele      angeblich "linke" Positionen rechts." Ok, fairer Punkt. Aber dann ist auch das "Sich-nicht-damit-auseinandersetzen-Wollen" rechts, weil es vertikale Gewalt und die erwähnten menschenverachtenden Strukturen fördert.

Das können wir nicht zulassen. Ich geb dir, Bobby, aber recht, das die Zeit dafür zu schade ist. Deshalb brauchen wir eine klare Regelung zur Abgrenzung, damit wir uns wieder auf den positiven Wandel konzentrieren können.

Ein erster Vorschlag:
  • Klar machen, dass Solidarität nicht an nationalen Grenzen oder an denen der EU enden darf
  • Klar kommunizieren, dass rechte Positionen nicht willkommen sind, und diese konsequent ausladen, wo in Erscheinung getreten
  • Wohlgemerkt, Positionen ausladen, nicht Menschen. Das nur als letztes Mittel, falls weiterhin kriegstreiberische und menschenverachtende Positionen vertreten werden.
  • Beim nächsten m4h prominent thematisieren und gemeinsam nachforschen, inwieweit solches Gedankengut verbreitet wurde (nicht unbedingt unproblematische Diskussionsbeiträge aber Flyer usw.)


Lisa: (12.06.18): Also mir ist das Thema ziemlich wichtig und ich werde da demnächst nochmal was zu schreiben. @Bobby: woher nimmst Du Dein Wissen, dass es den anderen nicht wichtig ist? An der Tatsache, dass hier nicht mehr viel geschrieben wird? Oder gab es irgendwo eine Umfrage dazu? 
Danke jedenfalls für das konvivalistische Manifest... das habe ich dann hier gefunden:  https://www.transcript-verlag.de/media/pdf/cb/e2/95/oa97838394289865b19dd564c5df.pdf

Bobby (11.06.18): Ich sehe, dass dieses Thema den meisten von uns doch nicht so wichtig ist. Und das ist gut so. Denn wir wollen und ja nicht am Negativen abarbeiten, sondern das Gute in der Welt voranbringen!
Liebe Lily, das Konvivialistische Manifest erschien mir auch als wichtiger Text. Er steht deshalb seit ca. 6 Monaten auf der Ökoligentaseite unter https://www.ökoligenta.de/netz/medien/wandel-global-2/#toggle-id-21

Bobby (ca. 6.6.18):Ihr Lieben,
ein Gedankenaustausch dazu - gerne und wichtig und meinetwegen. Aber ich will und werde mich an diesem Aspekt nicht abarbeiten.
Es geht mir darum, die guten Kräfte zu bündeln. Und die guten Energien. Dazu gehört unter anderem, meine Seele nicht mit Glaubenssätzen zu belasten. Wenn ich mich mit      Verschwörungstheorien befasse (bzw. dem, was mir als solche erscheinen), dann befasse ich mich zur gleichen Zeit eben nicht mit guten Energien. Meine Zeit ist mir zu kostbar dafür. 
    
Vieles von dem, was zum Beispiel als tiefen Staat etc. bezeichnet wird, sind für mich Verschwörungstheorien (obwohl ich das nicht 100-prozentig überprüfen kann und mag). In den euren Augen der Menschen, die daran glauben, bin ich naiv und verblendet. Lass wir's dabei. Mag jeder das Seine für richtig halten. Entscheidend sind für mich die Konsequenzen im  Handeln. Entscheidend ist doch der gemeinsame Einsatz für das Gute in der Welt. Es gibt so viele Menschen, die sich dafür engagieren, aber jeder in seinem Grüppchen, das die eigenen Glaubenssätze für so wichtig hält, dass er mit den anderen nichts zu tun haben will. Diese Trennung nützt nur der anderen Seite - wer auch immer das sein mag. An ihren Handlungen können wir sie erkennen.
    
Den Newsletter und seine Äußerungen in Gänze zu lesen, habe ich nicht die Zeit. Manches erscheint mir seltsam, manches richtig und/oder gut. Ich kann also seine Positionen nur schwer in rechts oder links einstufen und bewerten (manche so, manche so) und will das auch nicht, weil es dem Trennenden nur neue Kraft verleiht. 
    
"Rechts" sind für mich Positionen, die vertikale Gewaltstrukturen fördern und schätzen, menschenverachtende Strukturen, für die Mitgefühl, Freundlichkeit und die Toleranz anderen Haltungen      gegenüber keine Rolle spielen. Rechts sind aber auch solche Positionen, die die eben als "rechts" beschriebenen Strukturen unterstützen oder verstärken. Für mein Empfinden sind auch viele      angeblich "linke" Positionen rechts. Rechts und links sind für mich letztlich irrelevante Begriffe. Lieber wären mir zum Beispiel "lebensfeindlich" und "lebensfreundlich". Wenn ich also sage, ich      möchte keine rechten Positionen, dann in diesem Sinn.    

Kennt Ihr eigentlich die Erd-Charta? Es würde mich interessieren, ob diese Schrift Gemeinsamkeit herstellen könnte bzw. bis zu      welchem Punkt sie dazu in der Lage wäre: https://erdcharta.de/die-erd-charta/der-text


Lisa (01.06.18)
Vom Problem der "Avocado-Menschen" hatte ich ja schon gehört (außen grün, innen braun) ... bin einigermaßen schockiert und hätte nie gedacht, dass sich solche neurechten Gestalten auf diese Veranstaltung verlaufen würden... Die Frau mit dem Compact-Tshirt hatte ich drauf angesprochen, eine unklare Antwort bekommen und alles für einen Witz gehalten - man ist echt zu gutgläubig manchmal. 
Von den Veranstaltern erwarte ich, dass solche Leute, wenn es denn im Vorfeld schon so offensichtlich ist wie bei Markus R., nicht eingeladen werden bzw. von den Newsletterlisten gelöscht.  
Für den Rest der Spinner kann man sich sicher noch was einfallen lassen. Vielleicht denken sich die spirituell Begabten ein Anti-Nazi-Mantra aus, oder ein Ritual um böse braune Geister zu vertreiben? Gibt es Refugee-Welcome-Lieder, die man singen kann? Oder man nervt die Leute mit künstlerischen Interverntionen? Kein Mensch will eine Gesinnungspolizei, und man sollte auch kein Anti-Nazi-Nazi werden. Aber irgendeine Grenze muss da gezogen werden finde ich. 
Wenn sich eine Gruppe zu dem Thema bildet, bin ich gerne dabei!  

Markus (green net project), 23.05.2018

Mir war schon bewusst, dass Human Connection mal auf anderen Kanälen veröffentlicht hat - KenFM, nuoviso.TV und so ein Zeug. Das ist ein Informationsspektrum, wo platt gesagt auch einige Spinner unterwegs sind. Ich finde es schade, dass Human Connection in diesem Bereich nach Unterstützern sucht, da die öko-soziale Bewegung denke ich stark genug ist und nicht mehr Spinner braucht ;)

Daher sehe ich die ersten beiden Punkte wie du. Compact ist auch ein klares No-Go, weil Provokation über alles und vor allem sehr beliebt bei AfD-Wählern.

Markus Rüegg kannte ich noch nicht und das mit dem Hitler/Stalin-Buch ist echt mal der Hammer. Ist der etwa vor Ort rumgelaufen und hat probiert, Anhänger für seine Ideologie zu gewinnen?
Das geht aus meiner Sicht nicht, betrachte ich als verfassungsfeindlich und würde ich nicht tolerieren. Gleiche Kiste beim Bewerben der identitären Bewegung. So ein Nationalscheiß, der Menschen gegeneinander stellt, nützt keinem und fördert Menschhass. Klarer Widerspruch zu meinem Welt- und Menschenbild.

Als Mensch habe ich Markus Rüegg nicht mitbekommen, ich frage mal meine Freundin die in einer seiner Gruppen war. In meiner Wahrnehmung war er aber auch nicht besonders klar, sprich - klang irgendwie verwirrend.


Oliver (Mensch), 28.05.2018

Auf der Seite gemeinschaften.ch wird von Luise die "Wiederherstellung der deutschen Heimat in den Grenzen von 1937" gefordert, als Schritt den Weltfrieden zu erreichen.(sic!)

Natürlich ist es wichtig, mit allen Menschen zu reden, aber solche und verwandte Einstellungen dürfen keinerlei Verbreitungsplattform bei makers4humanity erhalten. Darauf sollten wir auch aktiv achten.

Ich habe mal in das Buch "Wer hat Hitler gezwungen Stalin zu überfallen" geschaut und finde es ziemlich unseriös. Es bemüht sich über 400 S. nahezulegen, dass Hitler Russland angegriffen hat, weil er aufgrund seiner Finanzierung durch England dazu gezwungen wurde. Hitler wird tendenziell eher verharmlost, Stalin und Russland kommen besser weg. 

Zitat: "Der neue junge Anführer, Adolf Hitler, verdrängt mit seinen hervorragenden rhetorischen Fähigkeiten sehr schnell den Gründer dieser Partei und wurde zum alleinigen Führer – zum Führer einer neuen politischen Kraft. Er veränderte nicht nur den Inhalt und das Wesen dieser Partei, sondern auch ihren Namen.“ Der Stil ist entweder zynisch oder unvorsichtig, in seiner nicht durchgängigen Kritik an Hitler allerdings gefährlich.

Lily 26.05.2018:
danke, bobby, für den text. mir wurde auf unserem LAB folgendes werk als gemeinsame grundlage anempfohlen - das ich euch bzw. denen, die es noch nicht kennen, nicht vorenthalten möchte:
Das konvivialistische Manifest.
Für eine neue Kunst des Zusammenlebens.
https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2898-2/das-konvivialistische-manifest/
freu mich schon auf eine sehr kurze und schöne version all dieser (unsere eingeschlossen!!!) guter und wichtiger gedanken in bezug auf uns... die wir wer sind??? :-)  und was wollen? :-)  
wir haben übrigens heute auf der makerfaire ein neues adjektiv gefunden: makerbar.
und so halte ich es schon für makerbar, dass wir uns auf ein verständliches bild von uns verständigen, denn darum geht es ja "nur". schöne grüße an alle aus dem sonnigen und heißen berlin von mir.


Udo (Human/Mensch) 26.05.2018
Ich habe einmal einen Definitionsversuch von Angst gelesen, der mir zu Denken gegeben hat.
“Angst ist, was nicht täuscht und Angst ist nicht ohne Objekt”. 

Auf mich selbst bezogen …...
…. habe ich es sehr genossen mich zum m4h Lab ohne Furcht und aber einem WIR mitgeben zu können. Ein außerordentliches, für dieses Event entstandenes WIR aus allen Humans, die sich über den Aufruf in Ferropolis eingefunden hatten. 

…… kenne ich das Phänomen der Auswertungen, in denen sich eine Polarisation manifestiert, ohne das die ManifestiererInnen ausreichend Zeit gehabt hätten, sich mit mir entsprechend “persönlich” austauschen zu können und so mein Wesen auf ihrer  anderen Seite verorteten…..

Hier frage ich mich gerade was passiert hier, und jetzt, und warum? Weil per Definition ein Objekt unabdingbar ist, oder weil da etwas ist, was Polarisation hervorruft? Was ich hier im Weiteren lese ruft in mir im Nachtrag ein Gefühl des Schadens hervor, oder relativ betrachtet das, was Schaden hervorruft. Derzeit war dies beim Lab nicht anwesend. Es entfernt mein Gefühl zum WIR, das ich sehr genossen habe. Schade eigentlich.

Bobby (ökoligenta.de), 25.05.2018
Was die Bestimmung der gemeinsamen Werte angeht, so müssen wir meines Erachtens das Rad nicht neu erfinden. Vielleicht habt Ihr schon mal von der Erd-Charta gehört. Das ist ein großartiges Dokument, das wir meines Erachtens als gemeinsame Basis nehmen können. Und wenn nicht, dann doch wenigstens als die perfekte Gesprächsgrundlage. Sollte es uns gelingen, sie zu verbessern, dann würde wir damit weltweit Aufsehen erregen. Immerhin ist sie das Ergebnis eines jahrelangen, weltweiten interkulturellen Beratungsprozesses und ruht auf 4 Säulen:
  •     Achtung vor dem Leben
  •     ökologische Ganzheit
  •     soziale Gerechtigkeit
  •     Demokratie und Frieden
Zu finden unter https://erdcharta.de/fileadmin/Materialien/Erd-Charta_Text.pdf

lily thomas, m4h + gruppe leben lernen (bne) fez-berlin, 25.05.2018
lieber helmut und liebe alle, die an der organisation des m4h-lab 2018 beteiligt waren ---
danke für deine fragen, lieber helmut und danke für die öffnung hin auch zu mir, lieber joy. ich hab mir erlaubt, auch anja in den email-verteiler hinzu zu fügen.

das formulieren der wandel-werte ist m. e. definitiv dran. denn es ist tatsache noch nicht geschehen. 
und kann m. e. vielleicht auch m.e. auch NICHT VOR dem kennenlernen und darstellen der wichtigen themen von wandel-interessengruppen geschehen.  

ich denke auch, solange der wandel einfach so da steht, als wandel, kann er - wie das wort entwicklung auch - alles mögliche in alle richtungen beinhalten. deshalb ist es AUSWERTEND dran, die köpfe zusammen zu stecken und aus den aktuellen erfahrungen heraus, die visionen und ziele, wie auch eine abgrenzung zu beschreiben.
kann sein, dass für menschen, die regeln und grenzen generös ablehnen, genau dies ein problem darstellt, doch eine positionierung FÜR etwas, wendet sich auch gegen etwas und das ist einfach der lauf der welt.
also sollte man sich davor nicht scheuen, finde ich. 
auch ich - in meiner profession und mit dem bildungs- und kulturort, den ich vertrete, kann und will und werde nicht wissentlich bestandteil einer diffusen gemengelage mit subversiven rechtsnationalen attacken sein. 

joy hat auf dem startflyer für das m4h-lab fragen formuliert, die ganz gut beschreiben (so denke ich jetzt im reflektieren), was wir gemacht haben:
- welche themen sind wichtig, auf dem weg in eine kooperative, nachhaltige gesellschaft? 
- welche ziele verbinden sie anwesenden gruppen? 
- welche kooperativen aktivitäten helfen...

in diese richtungen könnten wir das m4h-lab anschauen und reflektieren ... dann haben wir wahrscheinlich ne menge erreicht und erkennen wichtige tendenzen für ein "manifestos", einen "codex" - wie auch immer wir das nennen (bei einem wunderschönen treffen an einem wunderschönen ort :-)).
jetzt erst ist es so weit - und wir könnten damit, um so vieles bereichert, beginnen.

mein beitrag: 
ich hab es übernommen, die feedback-bögen auszuwerten - mit diesen ergebnissen ist dann evtl. ein anfang für eine auswertung und weitere kluge gedanken und schritte gemacht. schaun wir mal. (lieber udo: ich schreib statt auswertung jetzt nutzbarmachung... damit dadurch kein  problem entsteht, ja?)

zur "schweizer" frage von helmut: vom kommen des weißhaarigen markus rügg wusste ich nichts - sein gesicht war mir jedoch bekannt... durch einen freund, der ihm einst hin und wieder zuhörte. der weißhaarigen frau hab ich mich eine weile gewidmet - wie auch einen moment ihm - um sie etwas kennenzulernen und empathisch aufzunehmen, was da im für unser lab im gepäck ist. beide sind sehr interessant und klug und haben ihre spuren sehr leise gelegt und hinterlassen. ob mit einem klaren beeinflussenden ziel, ist mir nicht erkenntlich geworden. doch - unabhängig von m.r.: ... es kann immer passieren, dass menschen eine initiative für sich benutzen wollen... 

wenn wir uns allerdings pro-humanity positionieren, dann nehmen wir es nicht billigend in kauf, dass die offenheit des m4h-lab und die wandel-bewegung als fruchtbarer boden für rechtes gedankengut benutzt werden können...
in diesem sinne: heraus mit den wortschöpfer*innen unter uns! 
und gut gebrüllt löwe :-) --- unsere sprache sollte den rechts orienierten menschen übelkeit verursachen :-)))))  und uns der welt erkenntlich machen.
in diesem sinne - tausend liebe grüße an die wunderbaren menschen, die ich zum m4h-lab kennenlernen konnte und auch an die, die ich schon vorher kannte.
lily.


Bobby (ökoligenta.de) Interessanter Beitrag der SZ zum erstarkenden Nationalismus in Österreich:
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/rechtsruck-in-oesterreich-und-europa-die-menschenfeindlichkeit-waechst-und-waechst-1.3991302

ANTWORT VON BRIGITTE (commons.at), 25.05.18

mir sind die verbindungspunkte zu rechten und verschwörungstheoretischen ideen auf dem camp aufgefallen, sie sind aber aus meiner sicht in der veranstaltung nicht aktiv vertreten
worden. die gruppe human connection scheint mir dafür anfällig zu sein, wobei ich mich immer frage, ob das zumindest den menschen, die sich da engagieren überhaupt bewusst ist.
für mich ist diese frage der abgrenzung schon lange dringlich, weil ja - wie ihr auch sagt - die überschneidungen so massiv sind, dass man fast bei jeder veranstaltung auf solche theorien trifft.
wir versuchen auch in österreich dazu eine diskussion zu führen, ich bin jedenfalls schon gespannt auf die diskussion im pad.

ANTWORT VON JOY (m4h), 25.05.18

Ihr Lieben.

Eine wichtige und interessante Fragestellung (die wir bei allen Orga-Telkos immer verschoben hatten): Wo ziehen wir eine Grenze? Welche Werte machen uns aus? Wofür treten wir ein? Und mit wem nicht?
Wir hatten überlegt, beim m4h-Lab die uns sympathischen Manifestos und Grundwerte verschiedener Organisationen, Gruppen und Bewegungen nebeneinander zu stellen, Gemeinsamkeiten zu analysieren und ggfs. eine eigene Zusammenstellung zu wagen. Es kam nicht dazu. Doch ich hatte persönlich in keiner Situation ein unwohles Gefühl beim Lab und vielleicht hat unsere kollektive Energie genügend eigene Qualität entwickelt, um inhaltliche Diskrepanzen zu überstrahlen. 
Jedenfalls wurde mir so etwas von mehreren Leuten dargestellt.
Ich bin nach dem Abbau leider direkt im nächsten Projekt (MakerFaire Berlin) und habe noch keine Zeit zum Durchatmen oder -Denken gefunden.
Deshalb bin ich froh über die Einrichtung eines wechange-Pads zu der Diskussion, sodass ich später dazukommen kann.

ANTWORT VON IMKE (Transition Frankfurt); 24.05.18: 

Lieber Helmut, liebe m4h-Herzen,
    
vielen Dank, Helmut, für deine wichtige Mail. Es ist gut, dass du dieses Thema aufbringst. Mir selbst waren diese Menschen und ihre Verbindungen nicht bekannt und auch auf Ferropolis nicht      aufgefallen.     
Grundsätzlich habe ich eine ähnlich entspannte Einstellung wie du: Viele Menschen sind heutzutage auf der Suche nach Alternativen zum vorherrschenden Gesellschaftssystem. Nicht alle finden in ihrem Lebensumfeld gute Ideen. Wenn wir ihnen bessere Wege aufzeigen können - prima!  Auf rechten Seiten verlinkt zu werden, sollte allerdings nicht passieren. Schließlich wollen wir keinesfalls in diese Ecke gerückt werden. Und auch nicht Gefahr laufen, dass Menschen fernbleiben, weil sie Bedenken haben, ob sie sich bei uns sicher fühlen können.
    
Mir fallen dazu folgende Vorschläge / Maßnahmen ein:
    
- Wir sollten auf der m4h-Website unsere Werte kommunizieren. Und      deutlich machen, dass gesellschaftlicher Wandel nur in und durch      Vielfalt getragen sein kann und dabei ALLE gesellschaftlichen Gruppen mitgestalten - auch und insbesondere heutzutage oft      ausgeschlossene Menschen. (Das hat doch bestimmt schonmal jemand      schön formuliert - können wir das von irgendwem kopieren/abwandeln?)
    
- Helmut brachte im Telefonat den Vorschlag, auf der optisch recht maker-affinen Website mehr Fotos von Menschen zu verwenden. Und bei der Auswahl der Fotos auf einen guten gesellschaftlichen Querschnitt zu achten. Den Vorschlag finde ich auf deshalb gut, um einladender für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zu werden. Quasi "fake it till you make it".
    
Denn: Wie die deutschsprachige Wandelbewegung im Ganzen, fand ich auch die m4h-Konferenz mal wieder viel zu weiß. Zwar war auch eine schöne Heterogenität vorhanden, aber wenn ich mich in Frankfurt auf der Straße umschaue, sieht der gesellschaftliche Querschnitt anders aus. Lasst uns gemeinsam überlegen, wie wir das in Zukunft ändern können. 
    
So wichtig es ist, der ganzen Wandelbewegung zu mehr gesellschaftlicher Wirkung zu verhelfen - noch viel wichtiger ist es, denjenigen Sichtbarkeit und Gestaltungsspielraum zu verschaffen, auf die noch überhaupt keiner hört!
    
Passend zum Thema lese ich gerade das Buch "Love's not color blind" von Kevin A. Patterson. Er beschäftigt sich mit Rassismus in der Polyamorie-Bewegung. Auch dort gibt es das Problem, dass sich alle für alternativ und tolerant halten. Aber die Realität leider oft anders aussieht. Die Paralellen sind schnell gezogen.Sehr empfehlenswerte und nachdenklich stimmende Lektüre.
    
"If you aren't being actively inclusive, you are being        passively exclusionary." - Kevin A. Patterson
    
Mit herzlicher Umarmung, Imke

WER HAT DAS GESCHRIEBEN: ja, ich bin genauso gegen rechts- und linksideologischen ecken...daher brauchen wir ein narrativ des wandels....neutral, visionär.
  • Bobby (ökoligenta.de): Sehe ich genauso. Schöner Gedanke!!!

ANTWORT VON BOBBY (ökoligenta.de) am 24.5.18

Lieber Helmut, liebe alle,
    
ja, natürlich wussten wir, dass Markus Rüegg kommt.
Und ich wusste auch, dass er allen nur denkbaren Verschwörungstheorien zuneigt, (hab sogar Joy noch eigens darauf hingewiesen), ab und an aber auch ganz vernünftige Positionen vertritt, so zum Beispiel in seinem letzten Newsletter, den er mit Timbercoast aufmacht: https://timbercoast.com/de/2018/05/16/losch-event-hamburg/
Er war auch gleich bereit, für das makers-Treffen zu werben.   
    
Ich kann Deinen Schrecken gut verstehen. Denn gerade im Verschwörungsbereich begegnen sich radikal esoterische und rechte Positionen, ja verschwistern sich manchmal geradezu. Ich bin schon oft solchen Positionen begegnet und muss auch immer erst Luft holen und durchatmen. Wir sind ja allesamt keine großen Freunde des "Systems", aber dem Glaube an die "jüdische      Weltverschwörung" muss man deswegen nicht gleich anhängen. Meine Erfahrung ist allerdings: Es gibt eine Menge Leute, die so etwas glauben, gerade in alternativen Kreisen.
    
Persönlich sehe ich vier Positionen, die mir helfen, damit umzugehen:
    
    • Ich kümmere mich nicht besonders darum, weil ich ganz einfach Besseres zu tun habe.
    • Ich lasse mich auf die Verschwörungstheorien argumentativ gar nicht ein, weil das vom Hundersten ins Tausendste führt. Im Zweifelsfall sage ich: Du magst das ja gerne glauben, ich halte nicht viel davon. Wenn Du mit mir/uns Kontakt haben willst, dann spare diese Themen einfach aus. Dafür ist mir die Zeit zu schade.
    • Dennoch will ich diese Leute nicht zurückweisen, weil es sie eben so zahlreich gibt. Ich glaube, dass die Arbeit, die wir tun, für sich spricht und ihnen zeigt, wo's lange gehen sollte.    
    • Rechte Positionen haben auf Gebieten, für die ich Verantwortung trage, nichts verloren. Sollte mir dennoch diesbezüglich mal ein Lapsus unterlaufen, dann weist mich bitte darauf hin.
    
Was übrigens das Buch "Wer hat Hitler gezwungen Stalin zu überfallen?", so kann ich dazu wenig sagen. Die Kernthese scheint zu sein, dass Hitler keinen zwei Frontenkrieg führen wollte, es aber dennoch getan hat. Keine Ahnung, wen der russische Autor als Schuldigen benennt (mehr Zeit will ich diesem Thema nicht opfern). Immerhin ist es kein hitlerfreundliches Buch, wenn ich das aus      folgendem Zitat schließen darf:
      "Konnte man Hitler aufhalten? Ja, es war möglich. Anstelle von Verträgen hätte man ihm besser ein Ultimatum 
      geschickt und das faschistische Scheusal von Anfang an im Keime erstickt. Nicht eine einzige Bombe wäre dann auf London
      und Paris gefallen, Millionen Menschen wären nie in ein Konzentrationslager gekommen und die europäischen Juden und 
      Zigeuner wären nie vernichtet worden. Wenn die westlichen Demokraten eine harte Position eingenommen hätten, dann
      hätte Hitler Russland nicht überfallen können."
    
Mit der "weißhaarigen Oma" hab ich auch gesprochen. Du hast völlig Recht. Sie ist auch verschwörungstheoretisch durchweicht. Aber wie gesagt, sie ist keine Ausnahme.
    
Kannst Du, lieber Helmut, könnt Ihr mit meinen Ausführungen etwas anfangen? 

Herzliche Grüße, Bobby

Mail von Helmut Wolman am 23.05.2018 06:00

Lieber Joy, lieber Bobby, lieber Andreas, liebe Imke,
    
Ihr wart ein tolles Moderatoren-Team und es war wirklich wunderschön, unser gemeinsames Wochenende in Ferropolis.

Im Nachgang mache ich jedoch sehr unangenehme Entdeckungen! 
    
  • Es war ja im Vorhinein bekannt, dass Human Connection durch die Kooperation mit KenFM eine gewisse Nähe zu Verschwörungstheorien hat. Gleich am ersten Abend saß dann auch schon eine Human-Connection-Jüngerin mit einem T-Shirt von Compact am Feuer, dem rechts-hetzerischen Magazin für die AfD. Da es danach nicht mehr auftauchte, konnte ich das tolerieren.
  • Es war eine Weisharige Oma aus der Schweiz dabei, mit extremen Hang zu Verschwörungstheorien, die sich als Jüngerin dieser Angelika vorstellte. Beide Zusammen sehen in Trump ihren Helden und alle Medien pauschal als Lügenpresse. Da sie mir eher wie Zaungäste erschienen, hat es mich gefreut, dass sie unsere weltoffene Lebensweise kennen lernen wollten.   
  • Wer von euch kannte Markus Rüegg schon vor dem Lab und wusste, dass er kommt? Er ist ein klarer Rechtsnationalist und bewirbt die Indentitäre Rechte auf seiner Website Seite an Seite mit        m4h, Ökoligenta etc... http://www.gemeinschaften.ch/ Eine menschenverachtende Rassenideologie auf dem Makerslab? Ich erinnere mich sogar, dass er Anfangs noch als Partner oder        Mitveranstalter von Andreas eingeladen wurde das Wort zu ergreifen und keiner von euch hat seine Flyer eingesammelt, die er da überall verteilt hat. 
    
Wollt ihr die Identitäre Bewegung als Co-Veranstalter haben und Menschen, die Bücher promoten wie "Wer hat Hitler gezwungen Stalin zu überfallen?", eine Bühne bieten?
    
Wir sollten das Lab für jeden öffnen und ich bin wirklich keiner, der die Fronten zwischen Rechts und Links verhärten will. Wir sollten uns aber auch klar positionieren, das wir unter Menschlichkeit nicht die Rettung der Arischen Rasse und der abendländischen Kultur verstehen. Und unsere Werbung muss für Rassisten so unerträglich sein, dass sie nicht auf Seiten wie http://www.gemeinschaften.ch/ auftaucht. Sonst können wir uns mit Ideen³ und der Karte von morgen nicht mehr an diesen Vernetzungsprozessen beteiligen.
    
Ich bitte euch vier möglichst im offenen Verteiler persönlich zu Antworten, wie ihr zu den Personen und deren Meinungen steht, und was ihr vorschlagt gegen eine Unterwanderung des m4h durch die Identitäre Bewegung zu unternehmen.
    
Vielen Dank, ich würde sehr gerne mit euch weiter zusammenarbeiten!
    
euer Helmut