Seite auswählen
Sogenannte „Impact Places“ sind eine großer Zugewinn für die Zivilgesellschaft. Der Begriff umfasst eine Vielzahl von Orten: von sozial orientierten Coworkingspaces bis hin zu Jugendzentren – diese auch „third places“ genannten Räume spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von sozialen Gemeinschaften in der Zivilgesellschaft.

Eine zentrale Frage für viele Initiator*innen und Organisator*innen dieser Impact Places ist es, wie es ihnen gelingen kann ihren Einfluss nachhaltig zu gestalten. Gemeinsam mit unserer ukrainischen Partnerorganisation Insha Osvita hat WECHANGE in 2018 den Versuch gewagt, dieser Frage auf den Grund zu gehen.
 

Dieser Gedanke ist der Urspung für den Namen des „Beyond-Spaces-Forums“, welches im November 2018 stattgefunden hat. Es war Ziel der Veranstaltung, über die physischen vier Wände eines Impact Places hinauszuschauen um zu erforschen, wie Nachhaltigkeit in den eigenen Teams, Hub-Communities, Städten und auch auf internationaler Ebene aussehen kann. Dabei wurde Nachhaltigkeit nicht nur im ökologischen Sinne verstanden, sondern ebenfalls als ganzheitliche Perspektive für Finanzen, Kommunikation und Netzwerke angewendet, um beispielsweise Themen wie Personelle Überlastung aus einer neuen Perspektive zu betrachten. 
   
Das Forum versammelte Teilnehmer*innen aus der gesamten Ukraine, von Ternopil im Westen des Landes über Kiew bis Kramatorsk im Osten, sowie aus Berlin und Hamburg in Deutschland. Die unterschiedlichen Gegebenheiten der verschiedenen Städte und Länder, sowie die Tatsache, dass die Teilnehmenden bereits in Social Impact Places aktiv sind, ermöglichte einen bereichernden Austausch der Erfolgsmodelle sowie der unterschiedlichen Lösungsstrategien für gemeinsame Probleme.
Iwano-Frankiwsk war der ideale Ort für diese Veranstaltung, da dort schon einige äußerst vielversprechende Social Impact Places zu finden sind, über die wir hier im Blog bereits berichtet haben. „Beyond Spaces“ wurde in Promprylad.Renovation veranstaltet: einem Großprojekt, in dem eine Gasfabrik zu einen Komplex aus Büros, Coworking, kulturellen Einrichtungen, öffentlichen Grünflächen und vielem weiteren umgebaut wird. WECHANGE war bereits 2017 vor Ort und es war wunderbar zu sehen, wie die Renovierungen im vergangenen Jahr vorgeschritten sind. 
Genauso spannend war es, die noch anstehenden Pläne für die Zukunft des Ortes zu hören, die Yuriy Fylyuk, der Gründer der NGO Teple Misto („Warme Stadt“) und CEO von Promprylad.Renovation, mit der Gruppe teilte. Sein Vortrag war Teil einer inspirierenden Sitzung über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Impact Spaces und der Stadtverwaltung sowie der breiten Öffentlichkeit. Ebenso spannend waren in diesem Zusammenhang die Beiträge des MetaLab-Teams, das sich mit aktiver Stadtforschung und einem Bottom-up-Ansatz für Initiativen zur Stadtentwicklung beschäftigt. 
Das Forum bot Gelegenheit, auch andere Impact Places der Stadt zu besuchen, wie z.B. den ‚Paragraph Student Space‘ – einen selbstorganisierten Veranstaltungsort für Studierende der Nationalen Technischen Universität für Öl und Gas in Iwano-Frankiwsk. Einige der Teammitglieder des Paragraph Student Space zählten auch zu den Teilnehmer*innen des Beyond-Spaces-Forums, und WECHANGE war begeistert, das Programm für einen Nachmittag in ihren Räumen abhalten zu können.  
Im Urban Space 100, veranstalte Beyond-Spaces einen Vortragsabend zum Thema „Vertrauen als Fundament für nachhaltige Entwicklung „. Dort teilte unter anderen Daria Korba, eine Architektin und „Urban Diverin“, ihre Erfahrungen bezüglich der Vertrauensbildung mit lokalen Gemeinschaften bei der Durchführung von Feldforschungen für Stadtrauminterventionen mit der gesamten Konferenz. Die Vorträge lösten eine lebhafte Debatte aus an der sich auch Forums-unabhängige Restaurantgäste beteiligten!  
Zum Abschluss des Forums erfolgte die gewohnte Gruppenumarmung und die Teilnehmer organisierten sich untereinander, um weiterhin in Kontakt zu bleiben. Nicht zuletzt soll dies über die WECHANGE-Plattform als „Online-Raum“ für sicheren Austausch von Ressourcen sowie Zusammenarbeit an potenziellen neuen Projekten erfolgen. Das WECHANGE-Team hofft, dass dies nur der erste Schritt zur Entwicklung eines internationalen Netzwerks von „Social Impact Places“ ist, die auf immer konsequentere Nachhaltigkeit hinarbeiten. Wir hoffen, in Zukunft weitere Veranstaltungen wie „Beyond Spaces“ organisieren zu können!